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Wie schön, dass du hier bist!
Die Zirbelkiefer ist meine tägliche Quelle der Lebensenergie – ihr Duft, ihre Kraft und ihr uraltes Wissen faszinieren mich immer wieder aufs Neue.
Mein Ziel ist es, vergessene Traditionen aus dem Alpenraum mit unserer modernen, oft hektischen Zeit zu verbinden. Die Zirbe, auch „Königin der Alpen“ genannt, trotzt extremen Bedingungen und bleibt dabei sanft, kraftvoll und voller positiver Energie – eine wahre Antenne zum Himmel.
Ihr einzigartiger Duft berührt Körper und Seele. Im ZIRBELZAUBER® MAGAZIN nehme ich dich mit auf eine Reise zu alten Berggeschichten, magischen Kraftplätzen und besonderen Menschen. Lass uns gemeinsam die Natur spüren und ihre Schätze neu entdecken!
Herzliche Grüße,
Diana
Diana Audi-Kalinka
Was der Herbst am Wegrand noch hergibt
Ich bin Kräuterpädagogin und führe als Wildkräuterführerin im Allgäuer Kräuterland Menschen durch Wiesen und Wälder. Die Frage, die ich im Oktober am häufigsten höre: „Gibt’s jetzt überhaupt noch was?“ Oh ja.
Die Sammelregeln vorweg
Bevor wir losgehen, vier Regeln, die mir wichtig sind.
- Nimm nur, was du sicher erkennst. Wenn du zweifelst, lass es stehen.
- Sammle nicht an viel befahrenen Straßen, an Feldrändern, die gespritzt werden, oder auf Hundewiesen.
- Pflück nie einen Strauch leer, sondern nimm hier ein bisschen und dort ein bisschen. Und lass etwas für die Tiere übrig. Die Vögel brauchen die Beeren im Winter dringender als wir.
Holunderbeeren: Sind sie roh giftig?
Der Schwarze Holunder trägt von September bis in den Oktober seine dunklen Dolden. Ernte nur die, an denen die Beeren durchgehend schwarzviolett sind. Grüne und rote Beeren dazwischen zupfst du ab.
Und ja: Roh solltest du Holunderbeeren nicht essen. Sie enthalten Sambunigrin, einen Stoff, der Übelkeit und Bauchweh auslösen kann, vor allem in unreifen Beeren, Kernen und Stielen.
Wenn du die Beeren auf über 80 °C erhitzt, zerfällt er. Saft, Gelee und Sirup sind dann unbedenklich.
Pass auf den Zwergholunder auf, auch Attich genannt. Der ist giftig und sieht auf den ersten Blick ähnlich aus. Der Unterschied: Der Zwergholunder ist krautig, also kein verholzter Strauch, er stirbt im Winter oberirdisch ab, und seine Dolden stehen aufrecht nach oben. Beim Schwarzen Holunder hängen die reifen Dolden nach unten.
Im Volksmund galt der Hollerbusch als „Apotheke des Bauern“. Holundersaft ist bis heute ein traditionelles Hausmittel in der Erkältungszeit, bei meiner Oma stand immer eine Flasche im Keller.
Hagebutten: Wann ernten?
Hagebutten findest du ab Oktober an Heckenrosen am Wald- und Feldrand. Nach dem ersten Frost werden sie weicher und süßer, dann lohnt sich das Sammeln am meisten.
Sie haben viel Vitamin C und sind klassisch als Tee, als Mus oder getrocknet für den Wintervorrat. Die Kerne musst du rausholen. Die feinen Härchen daran sind das berühmte Juckpulver aus Kindertagen, und das willst du nicht im Tee haben. Aufschneiden, mit einem kleinen Löffel auskratzen, gut abspülen.
Brennnesselsamen: Wann sammeln?
Brennnesselsamen sammelst du von August bis in den Herbst. Nimm sie von den weiblichen Pflanzen, das sind die mit den langen, schweren Rispen, die nach unten hängen. Handschuhe an, Rispen abschneiden, in einer Papiertüte ein paar Tage trocknen lassen und dann ausschütteln.
In der Volksheilkunde sind Brennnesselsamen schon lange als Kraftgeber bekannt. Ich streue sie getrocknet übers Müsli oder über den Salat. Sie schmecken leicht nussig und machen keinen
Ärger.
Spitzwegerich: das Pflaster am Wegrand
Die schmalen, gerippten Blätter findest du bis in den Herbst an fast jedem Weg, dazu jetzt die Samenstände. Traditionell macht man daraus mit Honig einen Hustensirup für den Winter. Und unterwegs ist Spitzwegerich das Wandererpflaster: Blatt abzupfen, zwischen den Fingern zerreiben, bis Saft kommt, und auf den Mückenstich drücken. Das habe ich als Kind gelernt und mache es bis heute.
Grüne Walnüsse: Was jetzt geht und was nicht
Hier muss ich ehrlich sein, weil im Netz viel durcheinandergeht. Grüne Walnüsse, auch Johannisnüsse genannt, werden traditionell im Juni geerntet, bis zum Johannistag am 24. Juni. Nur dann sind sie noch weich genug für Nusslikör oder schwarze Nüsse.
Im Herbst fallen die reifen Nüsse. Die sammelst du natürlich auch, zum Knacken und Backen. Ihre grüne Außenschale färbt stark, deshalb hat man sie früher zum Färben von Wolle und Holz genutzt. Handschuhe an, sonst hast du tagelang braune Finger.
Mein Entdeckertipp: Merk dir jetzt den Baum, an dem du im Herbst Nüsse findest. Und komm im Juni wieder.
Rezept: Holler-Zirben-Punsch
Das hier ist mein Herbstgetränk, wenn ich vom Sammeln heimkomme.
Du brauchst:
- 500 ml Holundersaft (gekocht oder aus der Flasche),
- 250 ml Wasser, eine Zimtstange,
- zwei Scheiben Bio-Orange und
- zwei Esslöffel Zirbensirup.
- Für die Erwachsenen-Variante pro Tasse
2 cl Zirbenschnaps.
So geht’s:
- Saft, Wasser, Zimt und Orange in einem Topf langsam erhitzen und etwa zehn Minuten
ziehen lassen, nicht kochen. - Vom Herd nehmen, den Zirbensirup einrühren, in Tassen füllen.
- Wer mag, gibt jetzt den Schnaps dazu.
- Warm trinken, am besten mit kalten Händen.
Die Zirbe im Kräuterjahr
Die Zirbe ist für mich kein Kraut, aber sie gehört in mein Kräuterjahr. Mein tägliches Herbstritual ist ein Krug Zirbenwasser auf dem Tisch. Ich trinke über den Tag verteilt daraus, das hilft mir, überhaupt genug zu trinken, wenn es draußen kalt wird. Wie das geht, habe ich dir in „Zirbenwasser im Sommer“ erklärt, und es funktioniert im Herbst genauso.
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